Sempervivum tectorum subsp. tectorum var. lamottei (var. tectorum?) an der Schalksburg, Balinger Alb -
Künder einer mehr oder weniger alten Liebesbeziehung zwischen diesen Pflanzen und dem Menschen

von Manuel Werner, Nürtingen. Mit Fotos von Sabine Reuter, Laufen.


S. tectorum subsp. tectorum var. tectorum
(f. tectorum oder var. lamottei?), MSW0002, auf einem
Pfeilerkopf des Fels-Abbruches beim
ältesten Teil der Schalksburg,
Aufahmedatum: 26. Juli 2001,
Foto: Sabine Reuter, Laufen/Marburg (vielen
Dank, Sabine!!!)

In der bisher publizierten botanischen Literatur sind bereits Dach-Hauswurze (Sempervivum tectorum) auf der Balinger Alb belegt.  Während die Veröffentlichungen, die vor ca. einem halben und vor ca. einem Jahrhundert entstanden sind, in dieser Hinsicht noch stimmen, sind in neuerer botanischer Fachliteratur und auch in sich darauf stützender botanischer Populärliteratur Sempervivum tectorum am Lochen erwähnt. Dort wächst aber nicht Sempervivum tectorum, sondern Sempervivum globiferum subsp. globiferum (vermutlich besser bekannt unter der früheren Bezeichnung Jovibarba sobolifera oder unter Jovibarba globifera subsp. globifera), das zu den Jovibarba gehört, so jedenfalls meine Analyse.

Wer im Bereich der Balinger Alb wild wachsenden Sempervivum tectorum  begegnen will, der sollte also nicht zum Lochen, sondern muss zur SchalksburgDiese liegt zwischen der Siedlung Laufen im Eyachtal und dem höchstgelegenen Dorf Baden-Württembergs, Burgstetten, auf ungefähr 910 m Höhe über Normalnull. Genauer: das, was von ihr noch übrig ist, liegt dort. Fußwege führen entweder von Laufen oder von Burgfelden dorthin. Sie sind landschaftlich ungemein reizvoll und schon von daher zu empfehlen. Die „Schalksburg" liegt auf einem imposanten Bergsporn, der wieder errichtete Turm aus Buckelquadern ist der markanteste Punkt.

Geht man auf einem Fußpfad Richtung Südwesten, so trifft man auf den ältesten Teil, den Kernbereich, auf eine Ruhebank und auf eine eindrucksvollen Felskante mit schönem Blick ins Eyachtal und hinüber zum Gräbelesberg.

Die Felswand bei der Schalksburg: Biotop von Sempervivum tectorum (MWS0002). Die Hauswurze wachsen an der oberen Kante der Felswand und auf einem Pfeilerkopf, die Vegetation an diesen Standorten scheint eutrophiert.

Die grünrosettigen, purpurgrau gespitzten Dach-Hauswurze Sempervivum tectorum subsp. tectorum var. tectorum (oder var. lamottei)

Am äußersten Rande des Fels-Kopfes eines des Felsabbruches vorgelagerten Fels-Pfeilers wächst ein Rosetten-Polster der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum subsp. tectorum var. tectorum (f. tectorum oder var. lamottei?)). Unter der Varietät lamottei versteht man die großrosettigen Dach-Hauswurz-Typen, die aus alter Kultivation stammen und deren Spuren sich bis jetzt im Dunkel der Geschichte verlieren, und die aber im Gegensatz zur Varietät murale voll ausgebildete Staubblätter und  Früchtblätter aufweisen. Unter die Varietät tectorum fasst man die wild wachsenden, kompakteren Dach-Hauswurze (Gérard Dumont in litt.). Eine Festlegung auf eine der beiden Varietäten möchte ich bis dato noch nicht endgültig treffen, halte aber derzeit die Varität lamottei hier für eher zutreffend.
Dazuhin gibt es noch zwei weitere Rosettenpolster dieser Pflanze (nicht zu verwechseln mit der großrosettigen, purpurgrauen MWS0001). Ein Polster wächst ebenfalls auf diesem Pfeilerkopf und ist durch einen Busch verdeckt, ein weiteres in Falllinie unter MWS0001, den zwei großrosettigen purpur-violett-grauen Rosetten-Polstern an der Kante.  Ich nenne die grünrosettigen S. tectorum der exakteren Verständigung wegen MWS0002. Die Rosetten-Blätter dieses Polsters sind wie gesagt grünlaubig und deren Spitzen sind auffällig purpurgrau gefärbt. Siehe zu den Standorten die von Sabine REUTER ergänzte Skizze. Die MWS0001 sind hierin gelb markiert, die MWS0002 blau.
 

Eine Standort-Skizze
Ausschnitt aus dieser Skizze mit Ergänzungen von Sabine Reuter. Gelb: MWS0001, Blau: MWS0002
Ein Überblick-Foto der S. tectorum-Standorte auf dem Schalksburg-Pfeilerkopf von Sabine Reuter, Laufen
(1 = MWS0002 an der Kante, 2 = MWS0002 am Busch)


Solche Hauswurze wurden seit der Antike als pflanzliche Schutzmittel gegen Pflanzenschädlinge genutzt, als Zauberpflanzen, als Schutz gegen Blitzschlag, als Heilpflanzen, und nicht zuletzt auch um ihres Zierwertes willen. Bis vor über hundertfünfzig Jahren waren sie für die Häuser der Schwäbischen Alb typisch, auf deren Dächern und Lehmmauern sie angepflanzt waren. Ganz sicher können wir uns über ihr Aussehen und ihre Art nicht sein. Die traditionelle gärtnerische Verbreitung von S. tectorum subsp. tectorum auch im Gebiet der Schwäbischen Alb und im Oberland und Neckargebiet weist jedoch stark darauf hin, dass es sich zumindest in vielen Fällen um diese Unter-Art gehandelt haben wird. Über die Pflanzen, die in der Antike als Sempervivum bezeichnet wurden, können wir allerdings noch keine genaueren Angaben machen, die eine Artbestimmung gestatten.

Sind die Hauswurze dieses Rosetten-Polsters Relikte, Reste also urprünglichen autochthonen Vorkommens? Oder stammen sie aus dem Burg-Garten, sind daraus ausgehend verwildert?

Möglich und nicht auszuschließen ist aber auch, dass die Dach-Hauswurze erst in jüngerer Zeit „angesalbt", d.h. künstlich ausgebracht, wurden, kennt man doch die ebenfalls dort vorkommende S. x calcaratum oder morphologisch ähnliche Formen erst aus Beschreibungen, die aus dem 19. Jahrhundert datieren (G. Dumont in litt.), was aber natürlich nicht ausschließt, dass diese Hybriden oder diese Formen schon früher kultiviert wurden....
Falls es sich bei den ebenfalls dort vorkommenden rotrosettigen Hauswurzen um Cultivars wie S. 'Rotsandsteinriese' (oder nahestehend) handelt, wäre eine Ansalbung dieser großrosettigen Typen in die letzten Jahrzehnte zu datiern.
Allerdings werden bereits vor hundert Jahren Dach-Hauswurze als an dieser Stelle vorkommend genannt. Hiermit dürfte es sich auf alle Fälle um die hier näher beschriebenen MWS0002 handeln.
 
 


Oben: So sehen die S. tectorum subsp. tectorum var. tectorum oder var. lamottei (MWS0002) im Frühling aus, Schalksburg, Standort hinter dem Busch des westlichen Pfeilerkopfes, ca.907 m NN, Exposition: SSW, Aufnahmedatum: 10.05.2001. Auffälligerweise tauchen die Farben von MWS0001 kontrastartig auf.
Fotos: Sabine Reuter, Laufen
Können größer geklickt werden


Dach-Hauswurz, S. tectorum subsp. tectorum var. tectorum (oder var. lamottei), (MWS0002) auf der Felskante des westlichen Pfeilerkopfes, ca.907 m NN, Exposition: SSW, Aufnahmedatum: 10.05.2001
Foto: Sabine Reuter, Laufen
Kann größer geklickt werden

Dieses Rosetten-Polster wächst auf dem Felskopf des westlichen der beiden Pfeiler hart an der Kante, nach Süden orientiert, inmitten von Johanniskraut, trockenheitsresistenten Gräsern und Berg-Lauch (Allium montanum). Hierbei handelt es sich um gelbgrüne bis frischgrüne Rosetten mit purpurrot-graubraunen Spitzen; Dieses Rotbraun hat eine ähnliche Färbung wie die Rosetten von MWS0001, während MWS0001 interessanterweise im Gegensatz hierzu an den Rosettenblatt-Spitzen ähnlich getönt ist wie wie die Rosette von MWS0002. Die einzelnen Blüten näher zu untersuchen, ergäbe noch interessante Hinweise und letzte Sicherheit. Falls der innere Ring der Staubblätter mißgebildet und in monströse Fruchtblätter umgewandelt wäre, dann wäre dies ein schlagendes Indiz für ein altes Kultivar: nämlich für S. tectorum ‘Murale’, auch S. tectorum subsp. tectorum var. murale. Leider kam ich letztes Jahr zu spät und fand nur noch einen Blütenstand mit verblühten Blüten vor.

Dach-Hauswurz, S. tectorum subsp. tectorum var. tectorum oder var. lamottei (MWS0002), nach Süden orientiert, an der Felskante des westlichen Felskopfes beim ältesten Teil der Schalksburg. Der hübsch gefärbte, vertrocknete Blütenstand verrät leider nicht mehr, ob es sich um die Varietät bzw. das Kultivar murale ('Murale') handelt. Dazu müsste man die Blüten und ihren Bau sehen. Aufnahmedatum: 18.8.2000. Kann größer geklickt werden.

Sabine Reuter war Ende Juli 2001 so lieb und machte eine phantastische Aufnahme der Blüten von MWS0002. Es handelt sich um das Rosetten-Polster, das - verdeckt durch einen Busch - ebenfalls auf dem Pfeilerkopf wächst. Diese Aufnahme zeigt, dass es sich hierbei nicht um die Varietät murale handelt, denn die Geschlechtsorgane (Staubblätter und Fruchtblätter) sind - wie auf der fantastischen Aufnahme unten deutlich zu sehen - nicht verkümmert bzw. umgewandelt, sondern erfreuen sich bester Potenz.


Blüten von MWS0002, vom Rosetten-Polster am Pfeilerkopf nahe des Busches,
Schalksburg, Balinger Alb, Baden-Württemberg, Deutschland,
in situ. Foto von Sabine Reuter, Laufen / Marburg, vom 26.7.2001, rechts männliches
Stadium, links beginnendes weibliches Stadium.

Wie gesagt: Vielleicht handelt es sich um jüngere Ansalbungen, vielleicht stammen diese Rosetten-Polster bzw. das der Dach-Hauswurz aber auch aus dem Mittelalter bzw. der Neuzeit. Oder aus noch früheren Zeiten. Vielleicht aber haben wir hier urwüchsige Pflanzen vor uns.

Pfarrer Johann Georg Engel, der vor hundert Jahren einen bebilderten Reiseführer über die  Schwäbische Alb verfasste, bemerkte diese Pflanzen ebenfalls und bestimmte sie richtig: „Die 10 Morgen große Fläche des Burghofs, die Quenstedt vor 50 Jahren noch als ‘sonnigen Rasen’ schaute, ist jetzt völlig mit Tannen überwachsen: doch gewährt der Rand auf dem hervorragenden (Schwamm-Beta=)Felsen einen reizenden Ausblick auf Laufen und das Eyachthal. Merkwürdigerweise wächst auf seiner äußersten Spitze, da zum Glück niemand beikommen kann, eine Gruppe von Hauswurzstöcken (Sempervivum tectorum L.), vielleicht Gartenflüchtlinge aus den Zeiten des alten Schlosses."

Diese Vermutung, die Engel bereits damals geäußert hatte, scheint mir auch heute die plausibelste zu sein, wenngleich Dr. Müller, ausgewiesener Kenner der Albflora, offensichtlich anderer Meinung ist, und eine Ansalbung aus allerjüngster Zeit annimmt. Die Schalksburg weist aber auch vorgeschichtliche Befestigungsanlagen und Siedlungsreste  (aus der Stein-, Urnenfelder-, Hallstatt- und Römerzeit) auf, wie wir aufgrund von Funden wissen. Im Jahr 1211 wurde dann erstmalig die mittelalterliche Burg erwähnt. 1557 erfolgte der endgültige Abbruch der baufälligen Gebäude.
Also dürften diese Hauswurz-Kultivare aus der Zeit davor stammen; Die Hälfte des 16. Jahrhunderts markiert somit den spätesten Zeitpunkt der Naturalisation, falls man eine Anpflanzung nach der Schleifung der Burg, so z.B. im 19. oder 20. Jahrhundert ausschließt. Ob Pfarrer Engel damals nur MWS0002 bemerkt hat oder auch bereits MWS0001, bleibt offen.

Engel schreibt in obigem Zitat: „... da zum Glück niemand beikommen kann, ...". Dieser Einschub weist einmal darauf hin, dass um die Jahrhundertwende im Bereich der Schwäbischen Alb Hauswurze zumindest bei Touristen sehr begehrt waren, so dass Engel offensichtlich eine Gefährdung durch Entnahme aus der Natur fürchtete, und zum anderen verweist er auf die damaligen Gepflogenheiten, mit ausgerissenen und ausgegrabenen Pflanzen und mit gefangenen Apollo-Faltern und dergleichen von Ausflügen auf die Alb und ins Obere Donautal zurückzukehren.

Dieser Einschub deutet auch auf darauf hin, dass Engel die Polster von MWS0002 gesehen hat, die wesentlich schwieriger zu erreichen sind als die Polster von MWS0001.

Seinen Aufzeichnungen zufolge sind die Hauswurze womöglich an Zahl zurückgegangen, denn damals gab es seinen Angaben nach „eine Gruppe von Hauswurzstöcken". Obgleich dies eine dehnbare Wendung ist, hat Engel meiner Ansicht nach demzufolge vielleicht mehr als zwei oder drei Rosetten-Polster gesichtet. Allem Anschein nach handelte es sich hierbei um die grünrosettigen S. tectorum. Ob die rot-violettgrau gefärbten Rosetten damals auch schon zu sehen waren? Ob sie schon da waren, aber nicht zu sehen, da sie wie auch heutzutage manchmal von Vegetation überwachsen sind? Auf alle Fälle erscheint es mir besser, diese beiden Typen in der Analyse voneinander zu trennen. Deswegen gibt es auf dieser Homepage auch eine eigene "Page" über MWS0001.

Sorgen wir dafür, dass diese Pflanzen erhalten werden, und freuen wir uns an ihrem Vorkommen. Letzte Antworten über ihren Ursprung sind noch nicht gegeben, so dass wir noch einige Zeit herumrätseln dürfen. Aber - Hand aufs Herz  -  machen nicht solche noch nicht endgültig gelösten Fragestellungen die Sache noch reizvoller? Und ist es nicht belustigend, dass gerade die vermeintlichen Allerweltspflanzen, mit denen sich viele schon gar nicht mehr abgeben, weil sie ihnen zu gewöhnlich sind, anscheinend die größten Rätsel aufgeben, wenn man das Vordergründige verlässt? Ad fontes!

Diskussion und Zusammenfassung:

"Der taxonomische Status der im Gebiet darüber hinaus (gemeint ist in diesem Zusammenhang von HAEUPLER & MUER über "Sempervivum tectorum L. ssp. alpinum (Grisb. & Schenk) Wettst.", der so genannte "Alpen-Hauswurz hinaus; Anmerkung des Verfassers) vorkommenden Sippe ssp. tectorum ... ist gegenwärtig noch ungeklärt. Bei der im Allgemeinen kultivierten Sippe sind die Staubfäden meist verkümmert, die Rosetten größer (6-14 cm br.)." schreiben HAEUPLER & MUER. Unter letzterer "Sippe" verstehen die Autoren offensichtlich S. tectorum subsp. tectorum var. murale. Darum handelt es sich hier definitiv nicht. Dies belegt der Blütenbau. Andererseits handelt es sich hier um relativ große Rosetten, vergleicht man sie mit alpinen "Dach-Hauswurzen" bzw. "Alpen-Hauswurzen"; Die Rosetten der Hauswurze an der Schalksburg sind so groß wie im Zitat angegeben. Nun bleibt noch offen, ob es sich hier um eine Ansalbung handelt - und, wenn ja, aus welcher Zeit - oder ob wir letzte Reste urwüchsiger Vorkommen vor uns haben. Bedenkenswert hierbei ist, dass beim Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) die alpinen Formen (z.B. im Bärgündele im Allgäu) wesentlich kleiner sind als die glazialen Relikte auf der Alb (z.B. am  Lochenstein, Saxifraga paniculata praealpina vel var. major). Dies könnte sich bei der Dach-Hauswurz genau so verhalten - warum nicht?
Andererseits könnte es sich auch um eine Ansalbung handeln, wenn hier nicht die Varietät murale zu konstatieren ist, denn auch Sempervivum tectorum subsp. tectorum var. lamottei könnte hier angesalbt worden sein - auch schon vor langer Zeit, denn wie die Form murale verlieren sich die Ursprünge der Varietät lamottei in "grauer Vorzeit". Sind die Dach-Hauswurze an der Schalksburg allerdings als Sempervivum tectorum subsp. tectorum var. tectorum f. tectorum oder f. praelpinum bzw. major einzustufen, dann handelt es sich um autochthone Pflanzen.

Die hier vorgestellten Fakten sollen einen Beitrag zu diesen ungelösten Fragen der Dach-Hauswurz-Vorkommen auf der Alb beitragen, die ich hiermit als Erster - so viel ich weiß - aufwerfe. Je mehr solcher Fakten zusammenkämen, mit genauer Angabe der Standorte und des Blütenbaues und anderer morphologischer  Befunde, desto mehr Licht dränge in das Dunkel dieser für viele als zu gewöhnlich befundenen Art. So habe ich z.B. in der Nähe der Burg-Ruine bei Anhausen ebenfalls solche großrosettigen Dach-Hauswurze entdeckt, die ich noch gerne blühen sähe (um mehr zu ihrem taxonomischen Status aussagen zu können). Solche Spuren lohnen dokumentiert zu werden. Nicht hilfreich allerdings sind bloße Behauptungen.

Discussion and Summary:

HAEUPLER & MUER write, that the taxonomical status of the in the aerea (of Germany, the author) additionally growing taxonomical groups in the moment isn't solved (they mean: Additionally to  "Sempervivum tectorum L. ssp. alpinum (Grisb. & Schenk) Wettst.", the so called "Alpen-Hauswurz; the author). At the commonly cultivated Sempervivum tectorum is to see, that the stamens are degenerated and the rosettes are more big, from 6 cm up to 14 cm in diameter, so HAEUPLER & MUER. They obviously mean S. tectorum subsp. tectorum var. murale. But here it is evident, that at the Schalksburg it is not the variety murale growing there. You only have to have a look to the morphology of the blossoms. On the other hand they have relatively big rosettes, if you compare them with the alpine Common Houseleek, with the ssp. alpinum. The rosettes of the Schalksburg-houseleeks are as big as given in the zitation above.
Now the question is whether it is a naturalization there - and - if yes - from which time, or if there are growing the last remains of a natural population.
 
 








Und da auch ich mehr über diese scheinbar unscheinbaren Pflanzen wissen will, gerade diese botanisch vernachlässigten Stiefkinder mag und Freude am Sempervivum-Knobeln habe, bitte ich um Nachricht, falls auch Sie Hauswurz-Vorkommen auf der Schwäbischen Alb (z.B. Dettinger Rossberg) kennen. Bitte verwechseln Sie dabei aber die Semperviven nicht mit dem Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata), der im Gegensatz zu den Hauswurzen weiße Kalkschüppchen, also weiße, trockene Kalkausscheidungen an den Blatträndern aufweist und weiß blüht. Auch würde es mich sehr interessieren, wenn die graurot-rosettige Hauswurz an der Felskante der Schalksburg (MWS0001) blühen sollte.
Unterschiede zwischen Trauben-Steinbrech und Hauswurzen (mit Fotos), Unterschiede zwischen Sempervivum und Jovibarba - bitte klicken!

Quellenbeleg: ENGEL, Johann Georg: Unsere Schwäbische Alb. Ulm 1900: 198.

Weitere verwendete Literatur: MILLER; Max / TADDEY, Gerhard: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Stuttgart 1980, Bd. 6, 454 f.

DUMONT, Gérard: Nomenclaturae Explorator in: Sempervivophilia (http://sempervivophilia.multimania.com v0m 11.10.2001)

HAEUPLER, Henning / MUER, Thomas: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Stuttagart 2000: 206.

Vielen Dank an Sabine Reuter für engagierte Rückmeldung und exzellente Fotos! Die nicht namentlichen gekennzeichneten Fotos sind vom Autor. Die Kartenskizzen der Schalksburg beruhen auf Skizzen von Günter Schmitt, verändert. Die farbigen Ergänzungen stammen von Sabine Reuter.

Stand: 4.8.01
 



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